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Schaut man sich die aktuellen Topcharts im App Store und auf Google Play an, so findet man den Messenger Threema ganz weit oben im Bereich der kostenpflichtigen Apps. Wir haben uns näher mit Threema befasst und wollten herausfinden, ob die App auf Dauer eine Konkurrenz zum Marktführer WhatsApp darstellen kann.

Zunächst betrachten wir die Downloadzahlen: WhatsApp verzeichnet über 500 Millionen Downloads, während Threema dagegen mit 2,8 Millionen Downloads nahezu verschwindend klein wirkt. Um die immensen Unterschiede zu relativieren, müssen zwei Fakten vor Augen geführt werden: Zum einen erschien WhatsApp bereits 2009, ergo drei Jahre vor Threema. Zum anderen wächst Threema mit rasanter Geschwindigkeit. Von Februar bis April 2014 versiebenfachte sich die Anzahl der User auf besagte 2,8 Millionen.

Die Ursachen dafür führen zum nächsten Vergleichspunkt: Sicherheit und Datenschutz. Allein am Tag der Übernahme von WhatsApp durch Facebook verzeichnete Threema 200.000 Downloads. Und genau hierauf baut Threema. Seit der Geheimdienstaffäre um Edward Snowden machen sich immer mehr Menschen Gedanken um ihren Datenschutz. Das schlagende Verkaufsargument im Gegensatz zu WhatsApp ist der Schutz vor Ausspähung durch Geheimdienste oder anderen staatlichen oder nichtstaatlichen Institutionen. Alle Server von Threema befinden sich laut Firmenangaben in der Schweiz. Dies stellt einen relativ hohen Schutz gegenüber ausländischen Geheimdiensten dar.
Zudem wird eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung angewandt. Die Technik versichert, dass nur der Empfänger einer Nachricht diese lesen kann. Dadurch wird auch das Mitlesen durch den Serverbetreiber ausgeschlossen. Dazu werden alle Nachrichten sofort von den Servern gelöscht. Auch bedarf es keiner Angabe einer E-Mail Adresse und/oder Telefonnummer um die App zu nutzen.
Von den Funktionen her nehmen sich beide Apps nicht viel. Textnachrichten, Bilder und Videos schicken und empfangen stellt das Gerüst dar. Den eigenen Standort kann man mit Threema auch versenden.

Was hält die halbe Milliarde Nutzer bei WhatsApp?

Die Gründe hierfür sind vielschichtig und – zum Teil – verständlich. Den Sinn und Zweck von Messengern stellt die einfache und schnelle Kommunikation zwischen Menschen dar. Wenn also jemand von WhatsApp zu Threema wechselt, muss er theoretisch seinen kompletten Freundes- und Bekanntenkreis überreden, sich ebenfalls die kostenpflichtige App zuzulegen. Überwindet man die Lustlosigkeit der meisten Menschen nach Veränderung mit dem guten Argument Datenschutz, so steht man der nächsten Hürde gegenüber: Die Kostenfrage. 1,60 € im Play Store und 1,79 € im App Store kostet Threema. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass viele aus Bequemlichkeit und Ignoranz auf diesen kleinen Preis verzichten und bei dem bleiben, was sie kennen.

Es gibt schlichtweg auch Menschen, denen Datenschutz egal ist. Die übliche Floskel lautet dann: „Sollen sie doch mitlesen, ich habe nichts zu verbergen.“ In Zeiten der NSA-Affäre rückt die Dystopie eines gläsernen Menschen in der Zukunft näher als manch einer zu glauben im Stande ist. Für viele waren die jüngsten Ereignisse jedoch ein Weckruf. Threema rast auf der Überholspur als Alternative zu WhatsApp. Trends werden bekanntlich schnell gesetzt. Aber auch bei Threema sei angeraten, hier keine Nacktbilder zu versenden, denn lückenlos ist kein Messenger. Wir werden das Phänomen „sichere Messenger“ weiterhin verfolgen.